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DIE PFLANZENWELT

iN DER DEUTSCHEN KULTURGESCHICHTE

(Окончание. Начало см. № 10 (2013); №1-8, 11-12 (2014))

Manchen Pflanzen, die auch in Russland gut bekannt sind, wird in Deutschland kulturgeschichtlich eine größere Rolle zugeschrieben, z.B. dem Klee, der Mistel und dem Holunder.

Der Klee, das Kleeblatt

Seit Jahrhunderten ranken sich Legenden, Mythen und Fabeln um den Klee. Das vierblättrige Kleeblatt ist vermutlich das am häufigsten gebrauchte Pflanzensymbol. Die Vierblättrigkeit gilt als Sinnbild des Glücks und der Ausgeglichenheit.

Ein vierblättriges Kleeblatt soll Eva als Erinnerung an ihre sorglose Vergangenheit mitgenommen haben, als sie und Adam aus dem Paradies verstoßen wurden. Es soll auch die vier Himmelsrichtungen und die Verbindung der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft symbolisieren.

Man behauptet, dass vierblättriger Klee das Glück anzieht. Fast alle werden solches Kleeblatt pflücken, aufbewahren, pressen und irgendwann weitergeben. Es ist aber so selten wie das, was man an wirklich Erfreulichem erleben will. „Im Klee leben1' beschreibt deshalb ein Leben in Behaglichkeit und Luxus.

Eine Aberglauben - Regel sagt, dass man seinen „Glücksklee" auf keinen Fall kaufen darf, noch nicht mal gezielt suchen. Wahres Glück bringt danach nur der zufällige Fund. Aber wie groß oder klein ist die Chance, keinen vierblättrigen Klee zu finden? Die Angaben der Fachleute reichen von l zu 100 bis zu 10 000.

Ganz selten hat also der Klee vier Blätter. Botanisch exakt sind es aber weder drei noch vier Blätter, sondern ein einziges mit

vier „Fingern" oder Fiedern. Das Auftreten der Vierblättrigkeit ist offenbar stark umweltabhängig. Die Forscher vermuten, dass die Mehrblättrigkeit typisch für die Vorfahren heutiger dreiblättriger Kleearten war. Im Laufe der Evolution wurde dieses Merkmal aber molekular gehemmt. Wenn dieser dominante Hemmstoff lahmgelegt wird (durch Umwelteinflüsse oder das zufällige Zusammentreffen anderer genetischer Merkmale oder beides), finden wir vierblättrigen Klee.

In den Tagen vor Silvester sind die Blumengeschäfte und Supermarkt -Kassenbereiche voll von Blumentöpfen mit vierblättrigem Klee: dem Glücksbringer für das Neujahr. Dieser Glücksklee heißt aber Oxalis tetraphylla (der Sauerklee) und stammt aus Mexiko.

Tetraphylla heißt übersetzt Vierblatt. Damit ist klar, dass die Pflanze so zu sagen von Hause aus mit vier Blättern ausgestattet ist. Wegen der großen Ähnlichkeit mit dem Klee eignet er sich bestens als Glücks-Placebo.

Die Dreiblättrigkeit der Pflanze wirkt ebenfalls ästhetisch und wurde im Sinne der Dreifaltigkeit im christlichen Glauben interpretiert.

Einst soll der heilige Patrick dem heidnischen Hochkönig von Irland, Leoghaire, samt seinem Gefolge mit dem Klee das Geheimnis der christlichen Dreifaltigkeit anschaulich gemacht haben. Man sagt, der Heilige habe den schwer zu bekehrenden Iren den Klee mit drei Blättchen gezeigt: „So wie hier die Blätter an einer Stelle entspringen und zusammen doch nur ein Blatt sind, so gehen von Gott drei Teile aus, untereinander gleichberechtigt, aber dennoch ein Ganzes bildend." Schließlich ließen sich die Heiden zum Christentum bekehren und der Dreiblatt-Klee wurde zum Symbol von Irland. Am 17. März, dem St. Patrickstag, tragen alle Iren ein Kleeblattsträußchen.

Der Klee war schon zuvor ein Symbol der vereinten Dreiheit der keltischen Druiden. Im Dreiblatt spiegelte sich die Gradeinteilung ihrer Priester in Druiden, Barden und Ovaten. Seines kräftigen

Ключевые слова: der Klee, die Vierblättrigkeit, der Glücksbringer, über den grünen Klee loben, die Mistel, die Heilwirkung, die Kussfreiheit, der Holunder, Frau Holle, Klosterneuburg.

Wuchses wegen war er ein Symbol der Lebenskraft. Dem Vierblatt sprachen die Druiden besondere Eigenschaften im Bereich der Zauberei und Weissagung zu.

Im Mittelalter hieß es, sollte man ein solches im Schuh oder im Gebetbuch auf dem Weg zur Kirche getragen haben, hätte Hexen die Maske heruntergerissen werden können. Darum geht es z.B. in einem Schwank von Hans Sachs.

Allgemein bekannt ist die Redewendung, ,j-n, etw. über den grünen Klee loben1' (чрезмерно расхваливать кого-л., что-л.). Sie geht auf die Zeit zurück, als man die Gräber mit Klee bepflanzte - und über Tote darf man nichts Schlechtes sagen.

Die Mistel

Die Mistel ist eine heute als Symbol der Weihnachtsfestzeit beliebte Pflanze.

In der Antike galt Mistel in manchen Kulturen als heilig. Die Halbschmarotzerpflanze, die ihren Wirtspflanzen Wasser und Mineralstoffe entzieht, galt als Gewächs des Zwischenreiches (weder Baum noch Strauch) und entstand der Sage nach dort, wo der Blitz einen Baum (vorzugsweise eine Eiche) getroffen hatte. Die auf Eichen wachsenden Misteln wurden besonders geschätzt, etwa im alten Rom und bei den keltischen Druiden.

Die Mistel galt als „Allheilerin" und wegen ihrer immergrünen Natur als Symbol der Unsterblichkeit.

Die Heilwirkung wird in neuerer Zeit ernsthaft geprüft, wobei schwach blutdrucksenkende und harntreibende Wirkungen bewiesen sind, die krebshemmende Wirkung soll in klinischer Prüfung erwiesen werden.

Heute existieren zahlreiche Studien zur Misteltherapie, die, vor allem, in der komplementären Krebstheraphie Verwendung findet, d.h. zusätzlich zur Standardbehandlung. Mistelextrakte können die Chemotherapie besser verträglich machen. Das stimuliert das angegriffene Immunsystem. Die Misteltherapie muss gespritzt werden, Tees oder Tropfen helfen nicht.

Der englische Brauch, in der Weihnachtszeit Mistelzweige aufzuhängen (unter ihnen herrscht Kussfreiheit), dürfte auf die keltische Hochschätzung der Pflanze zurückgehen.

In der germanischen Mythologie ist die Mistel Symbol des an sich unschuldigen, aber durch feindlichen Zauber zum Verhängnis werdenden Werkzeuges, ebenso wie ihr Schleuderer, der blinde Bruder des Balder.

Die Deutschen hängen auch zu Weihnachten Mistelzweige in den Türrahmen. Das soll böse Geister abwehren und Glück bringen.

Verliebte, die sich unter einem Mistelbusch küssen, sollen unzertrennlich bleiben, sagt die Mär.

Der Holunder

Der Schwarze Holunder oder Holler zählt zu den häufigsten Gehölzen Mitteleuropas. In Deutschland dominiert eindeutig der Schwarze Holunder, doch hier und dort finden sich auch Vertreter vom Roten und auch vom Zwergholunder.

Bis ins 20. Jahrhundert betrachtete man den Schwarzen Holunder als „die Medizinkiste des Landes1'.

Richtig präpariert entfaltet Holunder sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung und wird seit ewigen Zeiten als Arznei, -aber auch als Nahrungs- und Färbemittel genutzt. Schon Hippokrates (460 bis 370 v. Chr.) wusste um die abführenden und harntreibenden Eigenschaften des Gehölzes.

Vor einigen Jahren wurde antivirale Wirkungsweise einer speziellen Holunder - Zubereitung gegenüber bestimmten Grippeviren nachgewiesen. Der Farbstoff, der den Früchten ihr fast schwarzes Aussehen verleiht, wurde früher zum Färben von Haaren, Leder und Wein benutzt. Außerdem wird diesem Farbstoff eine Rolle als Radikalfänger im menschlichen Körper zugesprochen. Er gilt somit als gesundheitsfördernd.

In der Volksmedizin wurden alle Teile der Pflanze genutzt. Man reimte: „Rinde, Beere, Blatt und Blüte,/ Jeder Teil ist Kraft und Güte,/ Jeder segensvoll".

Die Beeren sind erst nach dem Abkochen oder Vergären essbar. Die Blütenstände werden als „Hollerküchel" in Fett ausgebacken. Die dunklen Beeren liefern den Grundstoff für Saft, Gelee oder Mus. Neuer Beliebtheit erfreuen sich Holundersirup und - sekt. Die gekochten Beeren lassen sich zu Suppe verarbeiten.

Deshalb wachsen die Hollerbüsche ohne jede Pflege gern in der Nähe des Menschen und seiner Häuser.

Der Name „Holunder" wird zum Teil von „hohle", dem hohlen Stiel abgeleitet, aus dem man schrill klingende Flöten, besser„Hirtentrompeten", bauen kann.

Häufiger jedoch wird der Name auf „Holda" oder „Holle", die „Holde Gnädige" zurückgeführt, die im Märchen der Gebrüder Grimm zur Frau Holle wurde.

In dem Busch soll auch die nordgermanische Göttin der Liebe und Ehe, Freya, gewohnt haben. In Hessen ist deshalb der Holunder als Geburtsbaum bekannt, den schwangere Frauen umfassen sollen, wenn sie ein gesundes Kind kriegen wollen.

Schon bei den Germanen war der Holunderbusch der Sitz der Göttin Holla. Diese Göttin war Schutzgeist des Hauses und Garant für Leben und Gesundheit. Diese früh-germanische Muttergöttin wandelte sich später in eine mehr dämonische Gottheit des Hauswesens. Sie belohnte Fleiß und Ordnung, aber ebenso bestrafte sie Unordnung und Faulheit. In den zwölf Rauhnächten flog sie als „Wilde Frau" durch die Luft.

Zu Lichtmess am 2. Februar, dem Fest des Lichtes und der Frau Holle, tanzten früher Frauen mit Holundergerten und schlugen damit auf Männer ein, die sich dem Tanzplatz näherten. „Frau Holle schüttelt die Betten aus, dann schneit es auf der Erde1'. Diese Redewendung ist sehr gebräuchlich in der modernen deutschen Sprache.

In Thüringen deuten die Holunderzweige, die an Fenster oder Tür gesteckt werden, Mädchen von zweifelhaftem Ruf.

In der Symbolik des Holunders verbinden sich das Negative und das Positive. Einerseits gehört er zu den heiligen Bäumen, die den Menschen Hilfe geben, wenn sie in Not sind - andererseits stand er immer in einer rätselvollen Beziehung zum Teufel und zu Hexen, oft auch zum Tod.

So attestierte die christliche Deutung dem ambivalenten Holunder Sünde und Scheinheiligkeit.

Niemals hätte ein Engländer Holunderholz beim Schiffsbau verwendet - in Irland gebrauchten die Hexen die Äste für ihre Luftritte. Wird Holunder in

Irland zum Hausbau genutzt, geschehen den Bewohnern die seltsamsten Dinge.

Die wachsenden Holunder treiben, wenn sie abgeschlagen werden, immer wieder sehr rasch aus dem Boden aus. Ihre Überlebenskraft machte sie zu einem Symbol der Wiedergeburt. Tacitus schrieb, dass Holunder zu den Hölzern gehörte, welche von den Germanen bei der Bestattung der Toten benutzt wurden. Noch lange Zeit war es in Norddeutschland Sitte, dass der Schreiner einen fr

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